Gedanken über das Leben als Autorin

In den letzten Wochen habe ich mir viele Gedanken über das Schreiben und meine Social Media Kanäle gemacht. Passenderweise habe ich vor ein paar Tagen dann noch einen schönen/nachdenklichen Beitrag einer anderen Autorin gelesen, deren Bücher ich bereits seit über 10 Jahren kenne und die ich immer sehr bewundert habe.

Sie hat davon erzählt, dass sie relativ lange braucht, um ein Buch zu schreiben und nicht weiß, ob sie so weiterhin auf dem Buchmarkt bestehen kann. Dass immer weniger Menschen lesen, dass sich ihre Bücher viel schlechter verkaufen als früher, dass sie es aber auch nicht anders machen möchte und nicht anders kann, als sich die Zeit für ihre Geschichten zu nehmen, die sie brauchen.

In ihrem Text habe ich mich total wiedergefunden.

Ich bin eine langsame Schreiberin. Wobei, was bedeutet schon „langsam“. Mein Schreibprozess kommt mir nur langsam vor, wenn ich mitbekomme, wie schnell andere schreiben. Wie sie ein Buch nach dem anderen veröffentlichen und dadurch immer im Gespräch bleiben. Ich finde das wirklich bewundernswert!

Eine Zeit lang habe ich versucht, es auch so zu machen. Schnell mein zweites Buch zu schreiben, im Gespräch zu bleiben, direkt das nächste anzufangen. Ich weiß, dass man am besten mindestens ein Mal im Jahr ein Buch veröffentlichen sollte, um nicht in Vergessenheit zu geraten.

Ich habe es also versucht.

Und ich bin kläglich gescheitert. Denn wisst ihr, was passiert ist? Ich hatte keinen Spaß mehr am Schreiben. Gar nicht. Ich habe mich viel zu sehr unter Druck gesetzt. Ich war gestresst und bin dadurch nicht weitergekommen. Ich habe die Liebe zu meinen Figuren nicht gespürt, war nicht richtig in der Geschichte drin. Und das ist eigentlich kein Weltuntergang, das gehört für mich zum Schreibprozess dazu. Aber es ist ein Problem, wenn man immer im Hinterkopf hat, dass man schnell fertig werden muss, um das Buch bald veröffentlichen zu können.

In der letzten Zeit ist mir dadurch klar geworden, dass ich so nicht weitermachen kann und will. Ich liebe es, zu schreiben. Ich liebe es, meine Figuren durch ihr Leben und ihre Geschichte zu begleiten. In Ruhe. In dem Tempo, das sie mir vorgeben. Ich möchte den Zauber des Schreibens nicht verlieren, möchte meine Figuren in Ruhe begleiten, möchte manche Textstellen 100000 Mal neu schreiben, bis ich wirklich zufrieden bin. Bis sie sich richtig anfühlen. Denn ich finde, dass meine Geschichten das verdient haben. Nur so macht mich das Schreiben glücklich.

Es gibt so viele unterschiedliche Autoren und Autorinnen. So viele unterschiedliche Wege. So viele Möglichkeiten, den Schreibprozess zu gestalten und sich selbst zu definieren.

Das hier ist mein Weg.

Dann bin ich eben nicht die Autorin, die die ganze Welt an ihrem Schreibprozess teilhaben lässt und ständig neue Bücher veröffentlicht. Sondern die Autorin, die das Schreiben liebt, sich Zeit nimmt und die Ergebnisse mit der Welt teilt, sobald sie so weit sind und es sich für sie richtig anfühlt.

Wegen dieser Erkenntnis habe ich mir auch überlegt, dass ich auf meinen Social Media Kanälen (vor allem Instagram) ein bisschen die Richtung ändern werde. Ursprünglich hatte ich immer geplant, auf Instagram nur über mein Leben als Autorin zu erzählen. Doch in den letzten Monaten und durch die Gedanken, die ich mir gemacht habe, hat sich das sehr verschoben. Ich habe angefangen, mehr über mein „restliches Leben“ fernab des Schreibens zu erzählen, weil sich das manchmal besser angefühlt hat, als ständig zu erzählen, dass ich 1000 Wörter geschrieben und dann wieder gelöscht habe, weil ich so unzufrieden damit war.

Deshalb werde ich das „Autorinnenleben“ und „mein restliches Leben“ ab sofort in gewisser Weise voneinander trennen. Auf meinem Autorinnenprofil werde ich nur noch Bilder hochladen, wenn es etwas Spannendes zu erzählen gibt, wenn mir danach ist, ohne mich selbst unter Druck zu setzen.

Dafür wird es auf meinem neuen Profil mehr um mein ganzes Leben gehen. Mein Leben mit meiner Frau, meiner Familie, mit unserer Katze … Und über die Gedanken, die ich mir zu allem Möglichen mache. Ab und an vielleicht auch zum Schreiben, wenn mir danach sein sollte. Und auch auf diesem Blog wird es darum gehen.

Das ist mein Weg. Und gerade fühlt sich das sehr gut an!

Deshalb möchte ich euch auch nochmal daran erinnern, dass ihr nicht sein müsst, wie alle anderen. Dass es nicht gut ist, sich ständig zu vergleichen und dadurch verrückt zu machen. Findet heraus, was EUER Weg ist, was EUCH glücklich macht und dann geht diesen Weg!

Eure Luisa ❤